NO.93 “HKG CENTRAL TO WAN CHAI”

Dritter Tag in Hong Kong, daher erhöhten wir die Sightseeing-Tour auf drei Stadtteile und arbeiteten uns aus unserem Hotel in Sheung Wan über Central nach Wan Chai vor. Klingt nach einer langen Strecke, waren aber direkte Luftlinie gemessen nur knapp 4 km. Dazwischen boten sich aber unendlich viele Möglichkeiten, durch Gassen zu schlendern und Nebenstraßen zu entdecken. Die Nachbarschaften waren total unterschiedlich und vielseitig und es ging stets bergauf und bergab. Hier ließen sich also gut und gerne mehrere Stunden verbraten 🙂

Nachdem wir gestern gar keine Shopping-Mall betreten hatten und Hong Kong als Shopping-(Mall-)Mekka bekannt ist, war unsere erste Station die IFC Mall am International Finance Center. Trotz Sonntag erwachte hier so langsam das Geschäftsleben und wir konnten der Versuchung ebenfalls nicht ganz widerstehen…Zum Glück wurde es nur eine kleine Tüte, die wir den Tag über mit uns herumtragen mussten…

Auf dem Weg zu den Escalators zeigte sich zwischen den Bürotürmen ein wohl fürs Wochenende typisches Bild Hong Kongs: „Parties auf Pappkarton“, wenn sich tausende Frauen (zumeist angeblich Philippinas – chinesisch haben wir auf jeden Fall nicht gehört – die hier oft in Haushalten arbeiten und leben) mit ihren Freundinnen treffen und auf Pappkartons als Picknickdecken-Ersatz den Tag verbringen. Essen, Spielen, Schnacken – bloß raus aus den kleinen Wohnungen schien wohl das Motto zu sein. Mangels Grünflächen dann eben auf asphaltierten Plätzen, Brücken, in Unterführungen…Spaß hatten sie auf jeden Fall bei buntem Geschnatter, Musik und kleinen Tanzeinlagen bis in den Abend hinein.

Wir stürmten auf unserer Tour erneut die Escalators und ließen uns zahlreiche Meter nach oben befördern (20 Rolltreppen wurden es am Ende aber nicht ganz) – quer durch den kultigen Stadtteil Soho mit vielen Kneipen und Restaurants. Unser Ausstieg erfolgte in der Robinson Road, von wo aus wir uns weiter nach Osten am Hang entlang bewegten. Eigentlich eher durch Zufall landeten wir in den Zoological and Botanical Gardens und hatten so einen Teil der Grünflächen der Stadt entdeckt. Mit Tiergehegen, aus denen uns unter anderem Affen, Lemure, Flamingos entgegenschauten und einer strahlend blühenden Parkanlage, ließ es sich in dieser Oase im Gegensatz zu der sonst allgegenwärtigen Betonkulisse ganz gut aushalten. An der Peak Tram Haltestelle vorbei (mit hunderten wartenden Menschen, die den Victoria Peak zur Aussicht über die Stadt erklimmen wollten) gelangten wir in den Hong Kong Park, der mit viel Grün und kleinen Seen an diesem Sonntag ebenfalls viele Spaziergänger und Picknicker einlud.

Aus dem Grün wieder rein in die nächste Shopping-Mall Pacific Place (ohne Einkaufserlebnis), schafften wir es irgendwie, in einem Geflecht aus unterirdischen Verbindungstunneln vom Berg langsam wieder in die Ebene zu gelangen. Der Weg zur Hafenpromenade war nun nicht mehr weit und am Messecenter vorbei hatten wir den Golden Bauhinia Square erreicht – die Bauhinia (Skulptur einer ewigblühenden Orchidee) als Wahrzeichen Hong Kongs war noch an Ort und Stelle – und drum herum zahlreiche Chinesen, die sich mit diesem Symbol für die quasi Wiedervereinigung Hong Kongs mit China nach der Rückgabe durch die Briten fotografieren lassen wollten. Na gut, wir ließen uns dieses Motiv ebenfalls nicht entgehen, genossen dann aber lieber die Aussicht auf die gegenüberliegende Uferseite und die Wolkenkratzer, die sich noch bis an den Horizont gen Osten weiter fortsetzten. Wunderte uns nicht mehr, dass in dieser Stadt die meisten Hochhäuser der Welt stehen…

Ein weiterer Abstecher zurück in die Stadt führte uns ins Central Plaza, das ehemals höchste Gebäude der Stadt (heute nur noch Platz 3). Die prunkvolle Eingangshalle voller Marmor empfing uns trotz Sonntag – und hier versteckte sich neben Office-Räumen ebenfalls eine Mall…und die höchste Kirchengemeinde der Welt/der Stadt (hatten wir vergessen…) in der 75. Etage – diese ließen wir jedoch heute außen vor 🙂

Im Herzen Wan Chais dann statt Malls kleine Fachgeschäfte und Einzelhandelsbetriebe, die mit vielfältiger Produktpalette lockten (Fliesen, Keramik, Lampen, Stoffe…). Fast wie in den Straßen Hanois, wo sich Gewerbe an Gewerbe reihte, nur war hier alles ein wenig ordentlicher und sauberer 🙂

Ein guter Ausblick auf die Stadt am Abend ließ sich übrigens am besten in einem Steakhouse im 31. Stock mit Rooftop-Bar genießen…die Abwechslung zum Chicken war köstlich…

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