NO.68 „STREETART IN GEORGETOWN“

Um für unsere heutige Tour durch Penang gut gerüstet zu sein, gönnten wir uns gleich ein frühes Breakfast in unserem schnieken Boutique Hotel in Chinatown 😉 Die asiatischen Highlights und Pasta vom Buffet haben wir uns zwar um 7.30 Uhr gespart, aber dafür die übrigen Köstlichkeiten zu Genüge ausprobiert. Wir starteten den Walk recht früh, in der Hoffnung, der großen Hitze aus dem Weg zu gehen – aber morgens hatten wir bei über 30 Grad schon gut zu schwitzen.

Die Stadt erwachte so langsam zum Leben und die Händler, Handwerker und Gewerbetreibenden fanden sich in ihren Geschäften, Werkstätten oder auf den Marktplätzen ein. Die Altstadt von Penang versprühte dabei ein ganz eigenes Flair – als wäre die Zeit hier tatsächlich stehen geblieben. Hier wurde gearbeitet und gehandelt, wie es vielleicht in unserer Vorstellung vor einigen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten in europäischen Städten oder Dörfchen die Regel war. Jedes der schmalen Häuschen besaß unten eine Ladenzeile, Werkstatt oder ein Restaurant, darüber – vermutlich – die Wohnräume. Und man fand hier wirklich alles: den Gärtner neben dem Baumaschinen- und Elektrohändler, den China-Imbiss, den Roller-Schrauber in seiner offenen Werkstatt, den Honda-Scooter-Händler, den Ramsch-Händler (zumindest in unseren Augen), den Ersatzteil-Händler, dann wieder ein modernes Café…unglaublich und irgendwie fast unbeschreiblich faszinierend der Anblick dieser kleinen Geschäfte, die meist aus einer völlig anderen Zeit zu sein schienen aber doch zum alltäglichen Leben hier nach wie vor dazu gehörten. Da wird auf dem Boden gehobelt, gesägt, geschweißt oder gelötet, auf alten Drahteseln die Ware transportiert und Scooter brausen sowieso von Ort zu Ort. Dennoch alles einen Gang langsamer und einer eigenen Ordnung folgend – ohne Geschrei oder Gehupe. Alles funktionierte – zumindest irgendwie. Nur schade, dass die Fassaden der wohl einst schmucken Gebäude nach und nach vor sich hin zerfallen, da hier wohl keiner Wert darauflegt.

So früh am Morgen trafen wir in der kleinen Gasse, die sich als „Secret Garden” einen Namen gemacht hatte, nur die Chinesin an, die die Blumen des Kunstwerks wässerte. Eine kleine grün bepflanzte Straße in der sonst eher trostlosen Umgebung.

Wir schlenderten weiter staunend durch die Straßen, beim Anblick der Käfige mit den schon etwas zerrupften Hühnern, die beim nächsten erfolgreichen Verkauf wahrscheinlich direkt vor Ort geschlachtet werden, und dem miefigen Geruch der Fischhändler in der Markthalle wurde uns aber fast schlecht, sodass wir schnell weitergehen mussten.

Aus der Altstadt heraus Richtung Waterfront führte unser Weg zu den „Clan Jetties“. Chinesische Clans hatten sich hier vor langer Zeit in kleinen Siedlungen auf Stelzen unweit des Ufers angesiedelt. Schmale Holzstege führten noch heute durch die verschiedenen Nachbarschaften, benannt nach den Clans „New Jetty“, „Lee Jetty“, „Tan Jetty“, „Chew Jetty” oder „Lim Jetty“. Jede mit einem ganz individuellen Charme (wenn man es so bezeichnen möchte). Jeweils ein Steg hinaus aufs Wasser und eng aneinander gebaute Holzhäuschen rechts und links – wir erspähten kleine buddhistische Altare im Eingangsbereich jedes Hauses, sauber vor der Eingangstür angeordnete Schuhe, vollgehängte Wäscheleinen vor den Eingangstüren – und fühlten uns fast ein wenig wie Voyeure, die durch den Lebensraum der Einheimischen spazierten. Die Bewohner der „Chew Jetty“ machten sich dies zunutze: wenn schon täglich hunderte Touristen an der eigenen Haustür vorbeilaufen, dann doch gleich die Chance für einen Nebenerwerb nutzen und Eiscreme, Getränke, chinesische Nudelsuppe, Sonnenhüte und sonstigen Schnickschnack an die Touristen verkaufen. Wer weiß – vielleicht ist es auch das, wovon die Menschen hier leben…

Auf den Spuren der Streetart, die so charakteristisch für Georgetown geworden ist, machten wir uns anschließend mit Stadtplan kreuz und quer durch die Gassen, um die weniger berühmten oder doch etwas berühmten Skizzen und Malereien auf den Gebäuden zu sichten: Children Playing Basketball, Brother and Sister on a Swing, Kids on Bicycle, Old Motorcycle, Cultural Girls, Boy on Chair, Kungfu Girl, Trishaw Man, The Indian Boatman – klar, wir waren nicht die Einzigen, die für einen Foto-Stopp immer wieder vor den Häuserwänden posierten, dennoch brachten uns Tour und Kunstwerke die Stadt nochmals näher und wir freuten uns wie Bolle, wenn wir beim um-die-Ecke-biegen wieder eine neue, bunt strahlende oder bereits verblasst bemalte Hauswand erreichten 😉 War schon ganz nett!

Zur Mittagszeit im kolonialen Ambiente des Eastern & Oriental Hotel kamen wir dann zu unserer Pasta! Total untypisch für die kulinarisch so hochgelobte Vielfalt der Küche in Penang gaben wir uns mit italienischen Spaghetti zufrieden – uns war aber auch mal wirklich wieder danach!

Die kulinarischen Experimente verschoben wir stattdessen auf den Abend in der Lebuh Kimberley gleich um die Ecke, wo sich die berühmten „Hawker“ ab dem späten Nachmittag hinter ihren kleinen fahrbaren Grills und Kochständen auf den wahren Streetfood-Verkauf vorbereiteten (etwas weniger hip im Vergleich zu den deutschen Verkaufsständen aber authentisch). Für ein paar Malaysische Ringit gab es chinesische Veggie-Nudeln und Chicken-Satay-Spieße mit einer feurigen Erdnusssauce. Das war Experiment genug 😉

Das abendliche Penang bot uns zum Abschied eine ganz andere Stimmung als am helllichten Tag – die sonst schon mit den typisch roten China-Lampions geschmückten Straßen waren nun in rotes Licht getaucht, in Little India lag noch mehr Curry in der Luft, die Bollywood-Musik vor den Textilgeschäften war zumindest etwas leiser, viele Geschäfte hatten inzwischen geschlossen und Touristen und Einheimische verteilten sich auf die Restaurants oder Hawker Stalls. Mit diesen entspannten Eindrücken vom letzten Spaziergang durch die Altstadt dann den Abend auf der Rooftop-Bar ausklingen lassen…

#streetartpenangwelike

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