NO.34 „TONGARIRO ALPINE CROSSING – VOLCANO AGAIN!“

Wenn wir uns schon in einer der Top Vulkanzonen in Neuseeland befanden, mussten wir auch was draus machen! Also: 6 Uhr aufstehen, 6.30 Uhr Abfahrt in Richtung Tongariro National Park, Mietwagen am Ketetahi-Parkplatz abstellen und um 8 Uhr pünktlich im gebuchten Shuttlebus sitzen. Es sollte zum Startpunkt für den Tongariro Alpine Crossing gehen – DER Wanderweg in Neuseeland schlechthin. 19,4 km einfache Strecke, eine alpine Überquerung über zwei (von drei!) aktive Vulkanberge, zahlreiche wanderwillige Touristen aus aller Welt (aber so viel deutsch gehört wie schon lange nicht mehr) und wandern über eine tolle Vulkanlandschaft. Was für ein Programm!

Wir hatten heute Glück mit dem Wetter und starteten nach Durchqueren des Hochnebels bei strahlend blauem Himmel auf ca. 1.100 m im so genannten Mangatepopo Valley. Die ersten paar Kilometer durch eine Landschaft, die uns etwas an die Lündeburger Heide erinnerte. Nur eben mit dem ersten Vulkanberg im Hintergrund. Hier war auch noch alles in Ordnung mit unseren Muskeln…Die einzelnen Touristen-Grüppchen machten sich auf den Weg, jeder fand sein Tempo, bestaunte die Landschaft und war gespannt auf das, was noch kommen sollte. 19,4 km sind kein Pappenstiel und das Höhenprofil der Wanderung verhieß schon vorab einige Strapazen!

Bildschirmfoto 2018-01-27 um 10.09.04

Vorbei an den Soda Springs (Wasserfälle, die wir uns mal nicht allzu genau aus der Nähe angesehen haben), ging es dann an den ersten Aufstieg (ja, wir haben das gedanklich mal in mehrere Etappen unterteilt 🙂 ). Ehemalige Lavaströme hatten ihre Spuren hinterlassen und das Geländeprofil mit Gesteinsbrocken geprägt – aber der neuseeländische Staat hat sich hier nicht lumpen lassen und den Trail wirklich vorbildlich abgesichert – und sogar Treppenstufen angelegt! Nicht, dass der Weg dadurch einfacher wurde, denn die Treppen hatten es in sich. Wir keuchten also diese erste Etappe nach oben, bis uns sogar der Hochnebel überholte und die Aussicht auf das, was wir schon hinter uns gebracht hatten, vernebelte. Machte aber nichts! Wir waren schließlich im alpinen Gelände und da ändert sich das Wetter oft und schnell (wir waren übrigens auf alles vorbereitet und bestens ausgestattet – haben aber Schicht um Schicht ausgezogen auf dem Wag nach oben).

Oben angekommen, öffnete sich nicht nur der Hochnebel, vor uns lag nun ein Krater am Fuße des Mount Ngauruhoe (wer „Herr der Ringe“ kennt: das wäre dann der Schicksalsberg) — wirklich angenehm, mal wieder auf ebenem Weg durch den Krater durchzugehen! Die Sonne knallte von oben und wir schmierten fleißig alles mit Sonnencreme ein, was nicht mit Klamotten oder Rucksack verdeckt war.

Den Krater durchquert, kam die nächste Etappe des Aufstiegs – zu Recht wird dieser wohl als Devil´s Staircase bezeichnet. Höllisch anstrengend war es auf jeden Fall, sich über Schutt und Felsbrocken nach oben zu kämpfen. Oben belohnt mit einer tollen Aussicht auf das weit entfernte Tal.

Aber hier war ebenfalls noch nicht das Ende erreicht und wir machten uns weiter auf den Weg zum höchsten Punkt des Wanderweges auf knapp 1.880 m (auf dem noch immer aktiven Red Crater), endlich — nach 3 Stunden! Die Ausblicke auf die Landschaft entschädigten immerhin für den mühevollen Weg – was wir hier oben sahen, war wirklich atemberaubend. Lehmfarbene Krater, rotes Vulkangestein – nur noch getoppt von den smaragdgrün schimmernden Emerald Lakes, die sich endlich vom höchsten Punkt aus zeigten. Der Schwefelgeruch war hier fast schon beißend und an vielen Stellen dampfte es noch aus dem Fels! Hoffentlich blieb der Vulkan heute schlafend…

Was wir so schön nach oben gestiegen waren, musste natürlich irgendwie nach unten gehen. Und das war nicht ohne – die Emerald Lakes erreichten wir über eine Rutschpartie einen schmalen Grat voller Sand und Steine hinunter…Der Staub klebte richtig schön an allem, was mit Sonnencreme eingeschmiert war 🙂

Nach kurzer Rast (es stank wirklich!) an den Seen ging es durch den größten Krater am Blue Lake vorbei tatsächlich wieder in Richtung Abstieg. Nun ja, Abstieg hieß nun, die noch ausstehenden 11 km zur Ketetahi-Hütte über einen schmalen Pfad zu wandern, der sich in zahllosen Serpentinen den Berg hinunterschlängelte. Wieder die Lüneburger Heide um uns herum, Aussicht auf dampfende Schwefelfelder und heiße Quellen, mit Blick auf den Parkplatz im Tal, der aber doch noch so unerreichbar schien…Und auch wenn wir eigentlich auf dem Runterweg waren, ging es doch ab und zu noch ein paar quälende Treppenstufen bergauf.

Die Ermüdungserscheinungen in den Beinen nahmen noch weiter zu, unsere Fußsohlen waren wirklich plattgelatscht 🙂 Wir hatten beim Aufstieg schon deutlich gemerkt, dass unser Urlaubs-Fitnesslevel irgendwie unter Normalniveau gerutscht zu sein schien! Daher waren die letzten Kilometer seeeehr quälend.
Aber das Tal kam näher, aus der Heide wurde Dschungel und auch den letzten Kilometer vom eigentlichen Parkplatz zu unserem Auto (wir hatten also die 20 km in 7 Stunden gut vollgemacht 🙂 ) haben wir geschafft!

Tongariro Alpine Crossing – we made it!

Absolut faszinierend aber höllisch anstrengend! Sogar das Beine hochlegen am Abend war mühevoll…und morgen gibt es bestimmt Muskelkater….

3 Gedanken zu “NO.34 „TONGARIRO ALPINE CROSSING – VOLCANO AGAIN!“

  1. You bothe made it!!! Muss man ein Shuttle Bus nehmen und sich einer Tour anschließen, oder kann man auch auf eigene Faust los? Und gibt es eine Karte vom Startpunkt?

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    1. Wenn ihr die komplette Wanderung einfache Strecke machen wollt, dann Shuttle buchen, da das Auto am Ende der Strecke geparkt wird. Der Parkplatz am Startpunkt ist aktuell nur für Aufenthalte bis 4 Stunden vorgesehen, d.h. für kürzere Touren.
      Einen Guide braucht man nicht – wir sind auch auf eigene Faust los. Das geht gut und man kann sich auch nicht verlaufen oder falsch abbiegen 🙂

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